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Süßmaus‘ Coming Out

MIT BRIEF- UND FLYERVORLAGE FÜR DEIN COMING OUT

CN: misgendern

Über meine unterschiedlichen Methoden des Coming Out in verschiedenen Kontexten und Personengruppen. Und darüber, dass es irgendwie nie enden will.

Coming out bei Familie und Freund*innen

Es gibt ja gar nicht so „DAS Coming Out“, sondern ganz viele. Ich habe viele verschiedene Methoden genutzt, um den Leuten in meinem Leben, meine Geschlechtsidentität zu offenbaren. Ein paar Freund*innen hab ich zum Trans Day of Visibility ein kurzes Video geschickt. Dort habe ich einfach meine Geschlechtsidentität benannt und meine Pronomen gesagt.
Meinen Eltern hab ein in briefform geschriebenes Dokument per Mail zugesendet. Und meinen Großeltern hab ich einen Flyer erstellt. Sowohl im Brief, als auch im Flyer hab ich einige Basics erklärt und dann Bezüge zu meiner eigenen Identität hergestellt. Im Brief ging es deutlich mehr auch um mein Empfinden als im Flyer.
Grad meine Großeltern haben einiges noch nicht so richtig verstanden, z.B. das mit den Pronomen und dem gendern von Adjektiven. Immerhin benutzen sie meistens meinen richtigen Namen. Aber es ist schwer, wenn sie es nicht tun.

Coming out in anderen Kontexten

Bei „offizielleren“ Kontakten finde ich es schon schwieriger, da der persönliche Bezug fehlt und ich gar nicht weiß, wie viel Vorwissen bei der Person besteht oder wie offen sie ist. Und generell finde ich es immer herausfordernder, wenn ich die Leute bereits kannte, als ich mich noch als cis präsentiert habe. Bei neuen Ärzt*innen kann ich zum Beispiel mittlerweile ganz locker Folgendes sagen: „Ich bevorzuge eine geschlechtsneutrale Anrede“ – das Wort „bevorzugen“ ist in diesem Kontext zwar nicht akkurat, aber der Satz geht mir leicht von den Lippen. In anderen Kontexten fällt es mir nur leicht, auszusprechen, dass ich meinen Namen geändert habe, aber nicht, wie ich angesprochen werden möchte oder was meine Pronomen sind. Das kostet jedes Mal Mut, aber ich habe auch schon gemerkt, dass die Dinge leichter werden. Also verlier den Mut nicht!

Coming Out Vorlagen

Falls du auch am liebsten einen Brief schreiben willst, es dir aber ganz schwer fällt, die richtigen Worte zu finden, kannst du gern mal in meine Vorlagen reinschauen. Das sind der Coming Out Brief an meine Eltern und der Flyer (erstellt mit Canva) für meine Großeltern. Ein paar sehr persönliche Infos habe ich rausgestrichen. Natürlich sind einige Sachen darin noch seeehr spezifisch, aber vielleicht helfen dir ja einige Formulierungen oder du kannst einzelne Themenpunkte aufgreifen. Die Formulierungen, die AFAB-spezifisch sind, lassen sich leicht ändern.

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